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Compliance AML Geldwäsche

FATF-Empfehlungen: Internationale AML-Standards

Die FATF setzt internationale Standards zur Geldwäschebekämpfung. Überblick über die Organisation, ihre Empfehlungen und deren Bedeutung für Compliance.

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Firmium Team · · 5 min Lesezeit
Teilen: | Mit KI zusammenfassen: ChatGPT Claude Gemini

Die Financial Action Task Force (FATF) ist das wichtigste internationale Gremium für Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Ihre Empfehlungen prägen die Compliance-Anforderungen weltweit – auch im DACH-Raum.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Die Umsetzung der FATF-Empfehlungen in nationales Recht variiert. Bei konkreten Compliance-Fragen wenden Sie sich an spezialisierte Berater.

Was ist die FATF?

Organisation

Aspekt Detail
Name Financial Action Task Force (Groupe d'action financière)
Gründung 1989 (G7-Initiative)
Sitz Paris (OECD)
Mitglieder 38 Mitgliedsländer + 2 regionale Organisationen
DACH-Mitgliedschaft Deutschland, Österreich, Schweiz sind Mitglieder

Aufgaben

Aufgabe Beschreibung
Standardsetzung Empfehlungen zur Geldwäschebekämpfung
Länderprüfungen Mutual Evaluations der Mitglieder
Blacklist/Greylist Identifikation von Hochrisikoländern
Typologien Analyse neuer Geldwäschemethoden

Die 40 FATF-Empfehlungen

Struktur

Die FATF-Empfehlungen sind in thematische Blöcke gegliedert:

Block Empfehlungen Thema
A 1-2 AML/CFT-Policies und Koordination
B 3-4 Geldwäsche und Einziehung
C 5-8 Terrorismusfinanzierung
D 9-23 Präventive Maßnahmen
E 24-25 Transparenz juristischer Personen
F 26-35 Befugnisse der Behörden und institutionelle Maßnahmen
G 36-40 Internationale Zusammenarbeit

Kernelemente für Unternehmen

Empfehlung Thema Relevanz
10 Kundensorgfaltspflichten (CDD) KYC-Prozesse
11 Aufbewahrungspflichten Dokumentation
12 Politisch exponierte Personen (PEP) Erweiterte Prüfung
20 Verdachtsmeldungen Meldepflichten
24 Transparenz juristischer Personen UBO-Ermittlung

Kundensorgfaltspflichten (Empfehlung 10)

Kernanforderungen

Pflicht Inhalt
Identifizierung Kunde identifizieren und verifizieren
UBO-Ermittlung Wirtschaftlich Berechtigte feststellen
Zweck der Geschäftsbeziehung Verstehen und dokumentieren
Laufende Überwachung Transaktionen beobachten

Risikobasierter Ansatz

Risikostufe Maßnahmen
Niedriges Risiko Vereinfachte Sorgfaltspflichten möglich
Normales Risiko Standard-CDD
Hohes Risiko Verstärkte Sorgfaltspflichten (EDD)

Die FATF betont den risikobasierten Ansatz: Ressourcen sollen dort konzentriert werden, wo die Risiken am höchsten sind.

Transparenz und UBO (Empfehlung 24)

Anforderungen

Aspekt Vorgabe
Zugang zu Informationen Behörden müssen UBO-Daten erhalten können
Register Empfehlung für zentrale Register
Aktualität Informationen müssen aktuell sein
Verifizierung Mechanismen zur Überprüfung

Umsetzung im DACH-Raum

Land Transparenzregister
Deutschland Transparenzregister (elektronisch)
Österreich Wirtschaftliche Eigentümer Register (WiEReG)
Schweiz Kein zentrales Register, aber Meldepflichten

Länderrisikobewertung

FATF-Listen

Liste Bedeutung
High-Risk Jurisdictions (Blacklist) Strategische Mängel, Gegenmaßnahmen erforderlich
Jurisdictions under Increased Monitoring (Greylist) Mängel, verstärkte Überwachung

Konsequenzen für Unternehmen

Listung des Geschäftspartner-Landes Erforderliche Maßnahmen
Blacklist Verstärkte Due Diligence, ggf. Ablehnung
Greylist Erhöhte Aufmerksamkeit, EDD
Nicht gelistet Normaler risikobasierter Ansatz

FATF Mutual Evaluations

Prüfungsprozess

Die FATF prüft ihre Mitglieder regelmäßig auf die Umsetzung der Empfehlungen:

Phase Inhalt
Technische Compliance Sind Gesetze vorhanden?
Effektivität Funktionieren die Maßnahmen?
Follow-up Umsetzung von Verbesserungen

DACH-Bewertungen

Alle drei DACH-Länder wurden von der FATF evaluiert. Die Berichte sind öffentlich zugänglich und zeigen Stärken und Verbesserungsbereiche.

Relevanz für Unternehmen

Verpflichtete nach nationalem Recht

Die FATF-Empfehlungen richten sich primär an Staaten, die sie in nationales Recht umsetzen. Typisch verpflichtete Sektoren:

Sektor Beispiele
Finanzsektor Banken, Versicherungen, Wertpapierhandel
Güterhändler Hochwertige Güter, Kunst
Immobilienmakler Immobilientransaktionen
Rechtsberufe Anwälte, Notare (bei bestimmten Tätigkeiten)
Steuerberater/WP Bei bestimmten Tätigkeiten

Indirekte Auswirkungen

Auch nicht direkt verpflichtete Unternehmen sind betroffen:

Auswirkung Beispiel
Bank-Anforderungen Banken fragen Compliance-Maßnahmen ab
Geschäftspartner-Anfragen Due Diligence durch Partner
Lieferketten-Prüfung Sanktions-Compliance in Kette

FATF-Empfehlungen und KYC

Know Your Customer (KYC)

Die FATF-Empfehlungen bilden die Grundlage für KYC-Prozesse:

FATF-Vorgabe KYC-Umsetzung
Kundenidentifizierung Ausweisdokumente, Registerauszüge
UBO-Ermittlung Gesellschafterrecherche
Zweck verstehen Geschäftsmodell-Analyse
Ongoing Monitoring Transaktionsüberwachung

Dokumentation

Anforderung Umsetzung
Aufbewahrung Mindestens 5 Jahre nach Geschäftsbeziehung
Verfügbarkeit Für Behörden zugänglich
Vollständigkeit Alle Prüfschritte dokumentiert

Aktuelle Entwicklungen

Neue Themenfelder

Thema FATF-Aktivität
Virtuelle Vermögenswerte Empfehlungen für Kryptowährungen
Proliferationsfinanzierung Massenvernichtungswaffen
Umweltkriminalität Geldwäsche aus Umweltdelikten
Cybercrime Digitale Geldwäsche

Travel Rule für Krypto

Die FATF fordert, dass bei Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten Absender- und Empfängerinformationen übermittelt werden – analog zum klassischen Zahlungsverkehr.

FATF und Sanktionen

Abgrenzung

Aspekt FATF Sanktionen
Fokus Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung Außenpolitische Ziele
Rechtscharakter Empfehlungen (Soft Law) Verbindliches Recht
Umsetzung Über nationales Recht Direkt anwendbar (EU-VO)

Überschneidungen

Beide Bereiche erfordern: - Kenntnis der Geschäftspartner - Listenabgleiche - Dokumentation

Eine integrierte Compliance-Lösung deckt oft beide Bereiche ab.

Implementierung im Unternehmen

Risikobasierter Ansatz

Schritt Inhalt
Risikoanalyse Eigene Risiken bewerten
Maßnahmen definieren Entsprechend der Risiken
Ressourcen zuweisen Fokus auf Hochrisikobereiche
Überprüfung Regelmäßige Anpassung

Compliance-Programm

Element Beschreibung
Policies Schriftliche Richtlinien
Schulung Mitarbeiter sensibilisieren
Kontrollen Prüfung der Einhaltung
Reporting Berichtswesen

Ressourcen

FATF-Publikationen

Publikation Inhalt
FATF Recommendations Die 40 Empfehlungen
Methodology Bewertungskriterien
Mutual Evaluation Reports Länderberichte
Guidance Auslegungshilfen
Typologies Geldwäschemethoden

Nationale Umsetzung

Land Hauptgesetz
Deutschland Geldwäschegesetz (GwG)
Österreich Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) u.a.
Schweiz Geldwäschereigesetz (GwG)

Fazit

Die FATF-Empfehlungen setzen den internationalen Standard für Geldwäschebekämpfung. Sie bilden die Grundlage für nationale Gesetze wie das deutsche GwG und beeinflussen damit die Compliance-Anforderungen für verpflichtete Unternehmen.

Der risikobasierte Ansatz ist dabei zentral: Unternehmen sollen ihre Ressourcen dort einsetzen, wo die Risiken am höchsten sind. Die regelmäßigen Länderprüfungen (Mutual Evaluations) stellen sicher, dass die Umsetzung nicht nur auf dem Papier steht.

Für die praktische Compliance bedeutet dies: KYC-Prozesse, UBO-Ermittlung und Transaktionsüberwachung nach dem Prinzip „Know Your Customer".


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Firmium Team

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